Alles Handy oder was?

smartphone-407152_640Das, was sich heute Smartphone nennt, kannte man vor allzu langer Zeit noch unter dem Namen Telefonapparat. Und ein Apparat war es fürwahr, das Telefon, bis in unseren Tagen die Forschung und Entwicklung immer kleinere Geräte generierte. In den Anfängen der Telefonie sind einige bedeutende Persönlichkeiten zu nennen.

So zum Beispiel Carl Friedrich Gauss, der die codierte Übertragung von Signalen in elektrischen Leitungen in reale Praxis umsetzte. 1844 war es Innocenzo Manzetti, der zum ersten Mal eine menschliche Stimme über eine elektrische Leitung übertrug.

Denselben Anspruch hatte Johann Philipp Reis, ein aus dem hessischen Gelnhausen stammender Bäckersohn. Er erfand den Begriff Telephon. Reis war Lehrer für Physik und Mathematik am Institut des Hofrats Garnier in dem Ort Friedrichdorf. Bei der Erfindung des Telefons, der Vermarktung der Idee, ging es um Unsummen von Geld, das zu erwirtschaften in Aussicht stand.

Der amerikanische Handwerker Elisha Gray kam 1876 um zwei Stunden zu spät auf das Patentamt, sonst wäre er heute so berühmt wie sein Erfinderkollege, der schottische Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell. Bell war technisch gar nicht sonderlich begabt. Er klaubte sich die Ideen für sein Telefongerät zusammen und ließ letztlich – allerdings als Erster von Vielen – ein Telefon patentieren, das nach seinen Plänen nie funktioniert hätte.

Zu seinem Glück war es nach einer Gesetzesnovellierung nicht mehr notwendig, ein funktionierendes Exemplar vorzuweisen. Bell setzte sich in über 6000 Gerichtsverhandlungen gegenüber seinen Kollegen durch.

Telefon heute

Wenn man sich vorstellt, dass es noch vor gar nicht so langer Zeit lediglich Telefone gab, die Fest mit einer Leitung verbunden waren und über eine Wählscheibe verfügten, erntet man von Jugendlichen unter Umständen sonderbare Blicke. Gar einen 5 oder 6-jährigen probieren zu lassen, mit einem derartigen Telefon oder auch einer mechanischen Schreibmaschine arbeiten zu lassen, scheiterten in Versuchen teilweise kläglich.

Setzte man die Probanden jedoch vor Computer oder Androidhandy, kamen sie wunderbar zurecht. Kein Mensch in der Bundesrepublik Deutschland mehr ohne Handy. Das Gerät ist allgegenwärtig. Das, was man in überkommen Zeiten einmal verbale Kommunikation genannt hat, existiert so nicht mehr. Heute gibt es Facebook, in dem man seine Träume und Wünsche und Erlebnis post, natürlich auch auf dem Telefon, man simst und chattet, – teilweise aber wird das Telefon auch noch benützt, um eine Kommunikation auf althergebrachte Weise zu führen – ein Gespräch. Natürlich kann man auch eine digitale Sprachnachricht senden. In Zügen, Bussen, U-Bahnen, S-Bahnen herrscht Schweigen. Jeder, nahezu jeder, starrt auf sein Handy. Spielt, tippt, checkt……